Was ist Neurofeedback?

Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks. Beim Neurofeedback werden Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) von einem Computer analysiert. Dieser berechnet eine visuell-akustische Rückmeldung (Feedback), die es dem Patienten ermöglicht, ungünstige Gehirnwellenaktivität zu vermindern bzw. günstige Wellenbereiche zu stärken und damit eine Verbesserung psychischer sowie physischer Funktionen zu erreichen.

Wie wirkt Neurofeedback?

Neurofeedback ist ein Lernprozess für das Gehirn, bei dem die Person aber nicht aktiv mitlernen muss.  Die Person sitzt bequem vor dem Bildschirm, das Gehirn lernt während einer Trainingssitzung, indem durch Rückmeldung und Verstärkung eine günstige Zusammensetzung der Gehirnwellen erreicht wird.
In der Sitzung kommt es zu Beruhigung übermäßiger Hirnaktivität, aber auch zu einer Anhebung von zu geringer Aktivierung der Gehirnwellen. Die Reduzierung der Symptomatik wird von Behandlung zu Behandlung erkennbar, so dass auch eine Reduktion der Medikation möglich sein kann.

Wie lange dauert eine Sitzung?

Eine Sitzung dauert zwischen 30 und 60 Minuten.

Wie lange dauert die Behandlung?

Häufig kommt es schon in den ersten zehn Sitzungen zu Erfolgen. Zur Stabilisierung werden weitere Behandlungen empfohlen. Oft kommt man schon mit 15 Sitzungen aus, um eine dauerhafte Verbesserung der Symptome zu erwirken.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Nein, man spürt keinen Schmerz. Das Anlegen der Sensoren dauert wenige Minuten. Die überwiegende Mehrheit der Patienten empfindet Neurofeedback als angenehm.

Sind Nebenwirkungen bekannt?

Bei richtiger Anwendung ist Neurofeedback absolut nebenwirkungsfrei und dabei aber oft Medikamenten in der Wirksamkeit überlegen.

Ab welchem Alter ist eine Neurofeedbackbehandlung möglich?

Ab dem Alter von sechs Jahren sind Trainings möglich.  Gerade für Kinder gibt es lustige und spannende Rückmeldungssysteme, die sie das Training wie ein spannendes neues Spiel erleben lassen.
Altersgrenzen nach oben gibt es nicht.

Neurofeedback wird erfolgreich angewendet bei:

  • ADHS/ADS
  • Konzentrationsförderung
  • Lerntraining
  • Autismus
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Ängste
  • Burnout
  • Zur Leistungssteigerung

Neurofeedback-Methoden

Neurofeedback befindet sich in ständiger Entwicklung, so kommen immer neue Methoden auf den Markt. Grundsätzlich kann man zwischen Frequenzbandtraining und SCP-Training unterscheiden. Jede Methode bietet Vor- und Nachteile. Ein erfahrender Therapeut kennt mehrere Methoden, bildet sich ständig weiter und weiß, welche Methode bei welchem Störungsbild am besten geeignet ist.

Warum Neurofeedback bei ADHS und Lernproblemen?

Neurofeedback bewirkt tatsächlich eine Veränderung im Gehirn - der Patient lernt, sein Gehirn in einen lernbereiten Zustand zu versetzen.
Studien zeigen, dass Neurofeedback langfristigere und ebenso gute Ergebnisse bringt wie Medikation und das ganz ohne Nebenwirkungen. Während des Trainings sitzt der Patient bequem beim Bildschirm - bei Bedarf können Pausen mit Spielen gemacht werden. Erste Erfolge zeigen sich oft schon nach 10 Sitzungen.

Effekte des Neurofeedbacks auf Patienten mit ADHS

  • Verbesserung der Aufmerksamkeit
  • Zunahme der Konzentrationsfähigkeit
  • Signifikante Effekte bei den Kernsymptomen Impulsivität und Hyperaktivität
  • Verbesserung der Strukturierungsprozesse im Gehirn. Das Chaos im Kopf nimmt ab.
  • Selbstbeherrschung durch Selbst- und Impulskontrolle
  • Verbesserung der Lern- und Abruffähigkeit